Drs. Catharina Harasko - van der Meer, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie bei Wr. Neustadt / Neunkirchen
Schwindel   Kopfschmerzen   Vergesslichkeit   Zittern   Parkinson   Schlaganfall   Kreuzweh   Psychosomatik   Depression   Angst   Burn-out   Schlaf-ABC   Autogenes Training

 
Burn-out
 

 
Das Wort Stress ist heutzutage bereits in aller Munde. Jedoch nicht jeder Stress macht krank. Der Eustress, das heißt gesunde Stress, fördert die individuelle Leistung und führt dabei zu einem Gefühl der Zufriedenheit; eine gesunde Müdigkeit, von der man sich auch wieder leicht erholen kann. Hoffentlich kennen Sie dieses gute Spannungsgefühl selber.

Wenn dies nicht oder schon lange nicht mehr der Fall ist, droht jedoch das Ausgebrannnt-Sein: ein Auftanken gelingt immer weniger. Burn-Out ist kein Mode-Ausdruck, sondern ein hochgradig bedrohlicher Zustand, an dessen Ende völlige Erschöpfung bis hin zu Selbstmordgedanken stehen.

Burn-Out entwickelt sich nicht von heute auf morgen. Es handelt sich hier nicht um eine kurzdauernde Belastungsspitze, sondern um eine länger dauernde Entwicklung in Stadien, die rechtzeitig erkannt werden sollten.

Oft betrifft es gerade hoch engagierte, motivierte Menschen. Am Anfang stehen das Interesse, der Tatendrang und hohe Erwartungen an sich selber im Vordergrund. Mit der Zeit werden Grenzen überschritten und wird zunehmend weniger Rücksicht auf sich selber genommen. Schlafstörungen können auftreten. Das Vernachlässigen der eigenen Bedürfnisse wird zunächst als Energiemangel spürbar.

Auch Beziehungen werden vernachlässigt, eine zunehmende Abkapselung findet statt mit Ungeduld bei Kontakten mit anderen Menschen. Die Probleme werden verleugnet, Ersatzbefriedigungen (Alkohol, Essen, Drogen etc.) gesucht. Die Umwelt wird als feindlich erlebt, innere Leere gespürt. Ängste können auftreten und die Depression ist nahe.

Erschöpfung mit körperlichen Beschwerden und Erkrankungen ist das Endstadium. Nun hilft nur mehr eine lange Auszeit.

Bevor es soweit ist, sollte eine Änderung der Arbeitsgestaltung (persönliche Einstellungen, Organisation, delegieren (lernen), Umgang mit Zeitdruck) und der Freizeitgestaltung (gesunde Lebensführung, pflegen von Kontakten, Hobbys) stattfinden. Auch das Erlernen von Entspannungstechniken wie z.B. das Autogene Training ist oft hilfreich.

Vorbeugung ist alles, und das Bewusstmachen, in welchem Prozess man sich befindet. Wenn ein Kollege vom engagierten, freundlichen Mitarbeiter zum genervten, überengagierten Kollegen wird, wäre das Gespräch zu suchen. Professionelle Beratung zum richtigen Zeitpunkt lässt Schlimmeres vorbeugen.
 

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