Drs. Catharina Harasko - van der Meer, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie bei Wr. Neustadt / Neunkirchen
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Das Kreuz mit dem Kreuz?
 

 
Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule sind häufig. Es gibt wohl keinen Menschen, der im Verlauf seines Lebens nicht irgendwann mit Kreuzschmerzen in leichter bis heftiger Ausprägung in Berührung kommt.

Nicht jedes Kreuzweh bedeutet aber, dass ein Bandscheibenvorfall vorliegen muß, wie oft voreilig angenommen wird. Fehlbelastungen mit Schmerzen die von den Muskeln, Sehnen, von den kleinen Gelenken der Wirbelsäule oder von nahe gelegenen Gelenken des Schulter- oder Beckengürtels kommen, sind am häufigsten. Sie bessern sich oft spontan oder nach physiotherapeutischer Behandlung. Abnützungen, wie sie im Röntgen sichtbar sind, geben lediglich Auskunft über die Fehlbelastungen durch Haltung und Übergewicht, aber müssen nicht unbedingt selber Grund für Schmerzen sein.

An einen Bandscheibenvorfall muss gedacht werden wenn ein oder mehrere von folgenden Symptomen vorliegen:

  • Schmerzen die in Arm oder Bein ausstrahlen
  • und bei Husten, Niesen oder Pressen deutlich zunehmen
  • Gefühlsstörungen im betroffenen Gliedmaß (Bamstigkeit/ Kribbeln)
  • Lähmungen (Kraftverlust) an Arm oder Bein

Der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall kann bei der körperlichen Untersuchung erhärtet werden. Der Neurologe kann erkennen, welche Bandscheibe vorfällt, weil der Druck dieser Bandscheibe auf die dazugehörige, der Bandscheibe naheliegenden Nervenwurzel ein erkennbares anatomisches Ausfallsmuster verursacht. Mit einer Kernspin- oder auch Computertomographie lässt sich dies dann sichtbar machen. Alleine der Nachweis eines Vorfalles in der Kernspintomographie (=Magnetresonanztomographie) reicht nicht, weil es auch (meist kleinere) Vorfälle gibt, die die Nervenwurzeln nicht berühren.

Auch wenn eine Nervenwurzel eindeutig von einem Bandscheibenvorfall bedrängt ist, heißt dies nicht unbedingt, dass eine Operation notwendig ist. Die Bandscheibe ist elastisch und kann sich durch Entlastung wieder etwas "zurückziehen" und die Nervenwurzel freigeben. Operiert muß aber akut werden wenn eine Lähmung vorliegt, oder die Nerven zur Harnblase betroffen sind. Auch kann eine Operation notwendig werden wenn die Beschwerden nach ausreichender Schmerztherapie und Physiotherapie nicht besser werden.
 

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